Das Rechtliche



"Wir lieben uns - was sollen wir da mit einem Vertrag!?"

"Er ist die Liebe meines Lebens und wir werden uns nie trennen - einen Vertrag schließen doch nur Geschäftspartner!"

"Wir planen unsere Hochzeit - da will ich doch JETZT nicht an Trennung oder Tod denken!" "Wenn ich jetzt schon an Trennung denke, brauche ich doch gar nicht erst zu heiraten!"


Ihr habt Recht! Nach dem Heiratsantrag, während der herrlichen Zeit der Planung des schönsten Tages im Leben wollt ihr euch mit rechtlichen Themen, die die Rechtslage einer Scheidung oder des Todes einer der beiden Ehepartner regeln, überhaupt nicht befassen. Ihr seid voller schöner Gedanken, lebt eure Kreativität und fühlt ein starkes Gefühl der Gemeinsamkeit. Ihr ergänzt euch bei der Planung und meistert euer wahrscheinlich erstes großes gemeinsames "Projekt": Eure Hochzeit!


Trotzdem muss ich euch sagen: Mit der Unterschrift im Standesamt ändert sich nicht nur der Name (wenn ihr denn den Namen eures Partners annehmt). Es ändert sich rechtlich einiges und ich denke, das solltet ihr wissen!


`Wissen ist Macht´, sagte schon der englische Philosoph Francis Bacon und genau hier bedeutet das, dass derjenige, der weiß, was die Gesetze sagen, auch die Möglichkeit hat, vertraglich etwas anderes zu vereinbaren. Je nach eurer Familien- und Finanzsituation könnte es hier wichtig sein, einen Rechtsanwalt für Familienrecht und einen Notar aufzusuchen, denn zum Beispiel bei Patchwork-Familien oder Ehepartnern mit Firmenvermögen könnten sonst irgendwann Umstände eintreten, die ihr so nicht gewollt habt!


In Deutschland gibt es drei sogenannte Güterstände:


- die Gütergemeinschaft

- die Zugewinngemeinschaft

- die Gütertrennung


Wenn ihr nichts vereinbart, gilt für eure Ehe mit der Eheschließung automatisch der gesetzliche Güterstand, die Zugewinngemeinschaft. Dies bedeutet, dass alles, was ihr vor der Ehe euer Eigentum genannt habt, euch auch während der Ehe allein gehört. Für alles, was in der Ehe erworben wird, wird angenommen, dass es aus Familieneinkommen - also von euch beiden - erwirtschaftet wurde und so auch euch beiden gemeinsam gehört. Ausgenommen davon sind zum Beispiel Erbschaften als höchst persönliche Rechte.


Solltet ihr mit dieser Regelung nicht einverstanden sein, müsst ihr euch nicht ärgern, denn ihr könnt bei einem Notar einen Vertrag schließen, der anderes vereinbart: Zum Beispiel die Gütergemeinschaft. Hier beschließt ihr, dass alles, was ihr in die Ehe einbringt und auch das, was während der Ehe erworben wird, euch beiden gleichermaßen gehört.


Bei der Gütertrennung wird bestimmt, dass alles, was ihr vor der Ehe hattet und alles, was ihr während von eurem Einkommen gekauft habt, euch allein gehört.


Wenn ihr euch gut versteht und eure Ehe hält, `bis dass der Tod euch scheidet´, merkt ihr nicht viel von diesen Güterständen. Im Idealfall kann jeder Ehepartner über Geld verfügen, wenn etwas benötigt wird oder bei größeren Anschaffungen stimmt man sich ab. Das ist ja eigentlich normal in der Ehe. Man teilt sein Leben, seine Liebe... und auch sein Einkommen, bzw. sein Vermögen.






Blöd wird es nur, wenn man sich nicht mehr so versteht. Wenn man sich ständig streitet oder man gar nicht mehr miteinander redet und es nicht mehr miteinander aushält! Klar: In jeder Ehe gibt es mal Auseinandersetzungen und nicht bei jedem Streit denkt man gleich an Trennung. Es könnte aber theoretisch so schlimm werden, dass man nach reiflicher Prüfung, nach klärenden Gesprächen und eventuell sogar nach Inanspruchnahme professioneller Hilfe auf keinen Fall mehr miteinander leben kann.


Wenn es also für die Ehe keinerlei Hoffnung mehr gibt, dann überlegt man schon, ob es eigentlich gerecht ist, ...


... dass der Partner nicht arbeitet und alles, was von meinem Gehalt gekauft wurde, ihm zur